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Die ultimative Packliste - nicht nur für's Kanu

"Ich packe meinen Koffer und nehme mit..." Das spiel haben wir, André und Patrick, in unserer Podcastfolge Nummer 013 zu Beginn gespielt. Möglichst viel Nützliches mitnehmen und bloß nichts vergessen. Und auf einmal stehst du vor einem gigantisch großen Berg an Dingen, die in eine kleine Tasche passen sollen.





Kommt dir das Problem bekannt vor? Wenn ja, findest du in diesem Beitrag Folgendes:


  1. Unsere Top-Utensilien für die wesentlichen Kategorien wie Verpflegung, Übernachtung und Technik.

  2. Die 4 goldenen Grundregeln für das erfolgreiche Packen für deinen nächsten Trip.Egal, ob auf dem Kanu, mit dem Rad oder zu Fuß.

  3. Unsere Not-To-Pack-Liste mit den 5 Sachen, die du gerne zu Hause lassen kannst.



Unsere Top-Utensilien für die wesentlichen Kategorien


Verpflegung


  • Reis - Viel Nahrung ohne gespeichertes Wasser. Das bekommst du aus der Flasche oder dem Kanister.

  • Nüsse - Viele Kalorien auf wenig Volumen.


Kochen


  • Kochset - Kompaktes Kochset mit Top, Schüsseln und praktischem Besteck (z.B. "Label/Göffel" - Ein Hybrid aus Gabel und Löffel)

  • Gaskocher mit msf1a-Flaschen - günstig, kompakt, leicht bedienbar


Hygiene


  • Festes Shampoo - Sieht aus wie Stückseife, ist aber Shampoo. Verursacht kaum Verpackungsmüll und enthält kein gespeichertes Wasser wie es bei herkömmlichen Shampoos der Fall ist.

  • HappyPo - Eine Po-Dusche als Alternative zu Toilettenpapier. Dadurch sparst du eine Menge Volumen und Geld und vermeidest Müll.

==> Das Wasser für die Benutzung der beiden Produkte haben wir einfach aus dem Fluss genommen. :)


Kleidung


  • Schlauchtuch - Der Allrounder lässt sich unter anderem als Halstuch, Wind- und Sonnenschutz, Stirnband und Mundbedeckung verwenden.

  • spezielle Jacke - Für unsere Kanutour ist das die Paddeljacke, die u.a. wind- und wasserfest ist, Kopf und Gesicht vollständig bedecken kann und an den Armenden mit Neoprenbändern abdichtet.


Übernachten


  • Zelt - Wohl keine große Überraschung! Wir hatten uns für ein Dreierzelt entschieden, um ein wenig Platz zu haben. Sehr wichtig waren für uns beim Zelt folgende Kriterien: - Leicht - kompakt (wegen der Form kein Wurfzelt) - regenfest - schnell aufbaubar (5 Minuten) - hohe Wassersäule (> 2.000 mm) - mindestens eine Apsis - mindestens ein Belüftungskanal

  • Schlafsack - Ein Schlafsack war fast teurer, als unser Zelt. Und das aus gutem Grund! Wir hatten uns ein Modell aus Daunenfedern ausgesucht, das eine Komforttemperatur bis 0°C und eine Mindesttemperatur von -5°C versprach. Mit diesen Temperaturen mussten wir während unserer Reise rechnen. Bei Frost wachten wir im warmen Schlafsack auf und bekamen die Kälte draußen zuerst gar nicht mit. Und das ist nicht nur komfortabel, sondern auch wichtig für unsere Gesundheit gewesen: Verschnupft aus dem Zelt zu steigen und unnötig krank zu werden wollten wir uns nicht erlauben.

  • Bonus: Isomatte - Auch bei den Isomatten haben wir uns für ein edleres Modell entschieden. Etwas bequemer zu liegen sorgt für einen angenehmeren Schlaf. Achte hierbei auf den R-Wert, der für den Wärmedurchgangswiderstand steht. Grobe Richtwerte: > 0°C: R = 2,5 oder niedriger bis -5°C: R = 2,5 ... 3,5 bis -11°C: R = 3,5 ... 4,5 Faustregel: Je kälter es nachts werden kann, desto höher sollte der R-Wert deiner Isomatte sein. Der R-Wert unserer Isomatten lag bei etwa 3,5.


Technik


  • Stirnlampe - Es wird dunkel und schnell kühl. Deshalb wollen wir an unserem Schlafplatz schnellstmöglich das Zelt aufbauen, sämtliche Dinge zurechtlegen und mit dem Kochen beginnen. Das alles bei Dämmerung mit einer Taschenlampe oder einem Smartphone mit Leuchtfunktion in der Hand zu machen wird nach wenigen Minuten zu einer leidigen Angelegenheit. Eine einfache Stirnlampe ist hier Gold wert! Sie ist platzsparend und kann dir jeden Abend sehr viel Zeit und Nerven sparen.

  • Solarzelle - Wie bekommen wir unsere Handys und Powerbanks von unterwegs geladen, ohne dass wir dafür jedes Mal an einer Steckdose anhalten müssen? Letzten Endes haben wir uns für kompakte Solarzellen entschieden.



Die vier goldenen Grundregeln für das erfolgreiche Packen



Regel #1 - So leicht wie möglich


Alles, was du einpackst, trägst du mit dir rum. Überlege dir, an welchen Stellen und in welchen Momenten sich zu schweres Gepäck rächen könnte.

Als wir das Kanu beim Start vom Parkplatz mit dem Bootswagen zum Ufer fahren wollten, hatte sich bei diesem eine der Trägerstangen leicht gebogen. Wir wussten, dass wir 51 Staustufen vor uns haben würden und dass dieser Wagen uns je Stufe Unmengen an Zeit und Kraft sparen würde.

Wir konnten den Wagen zum Glück mit einem Band flicken. Und wir haben einige Sachen direkt an Ort und Stelle gelassen.



Regel #2 - Spare Volumen


Ganz besonders beim Essen lässt sich viel Volumen einsparen, wenn du dir die Nährwerttabellen einiger Nahrungsmittel ansiehst.

Hier ein einfacher Vergleich, bei dem die Daten wie folgt geordnet sind:


Kilokalorien je 100 Gramm - Kohlenhydrate / Fette / Protein


  • Cashewkerne: ca. 600 - 23 / 47 / 20

  • Reis (ungekocht): ca. 350 - 74 / 2 / 8

  • Dosenravioli (vegetarisch): 83 - 14 / 1 /3


Dosenravioli enthält zum Beispiel viel zu wenig Nährstoffe je 100g und auch viel zu wenig Nährstoffe je Liter Packvolumen.

Eine halbe Tüte Cashewkerne hingegen deckt hingegen bereits etwa den Kalorienbedarf einer leichten Mahlzeit ab.


Quelle der Nährwerte: www.fddb.info



Regel #3 - Vermeide Abfall


Auch wenn deine Reise nicht dem Umweltschutz oder der Nachhaltigkeit gewidmet sein sollte, lohnt es sich, Abfall zu vermeiden. Denn insbesondere Verpackungsabfall, der den Großteil davon ausmacht, bedeutet unnützes Gewicht und Volumen.


Wir haben festgestellt, dass festes Shampoo und ein Stück Seife sich in Pappschachteln oder auch ganz ohne Verpackung kaufen lassen. Und sie können kompakt zusammen in einer alten Brotdose aus Plastik oder Edelstahl gelagert werden.


Während unserer Kanufahrt haben wir den Müll, der bei uns angefallen ist, in Tüten gesammelt und in Tonnen geworfen, wenn wir welche gefunden haben. Einmal kamen wir erst nach mehreren Tagen an einer vorbei - mit einem 25 Liter-Müllsack, der zum Glück nicht einmal richtig voll war. Denn es gibt für uns ein Tabu: Keinen Müll in der Gegend wegschmeißen.


Wir mögen es nicht, wenn Menschen Müll in unserer Straße hinterlassen. Und wir wollen anderen Menschen nicht unseren Müll vor die Füße werfen. Travel with respect!



Regel #4 - Achte auf den Preis


"Wer billig kauft, der kauft doppelt!"


Diese alte Weisheit haben wir bei unserer Planung mehrfach zu hören bekommen. Aber ist das wirklich so? Kommt darauf an!


Gerade beim Zelt und den Schlafeinrichtungen haben wir uns für teure Produkte entschieden. Denn etwa ein Drittel unserer Zeit verbringen wir auf Reisen im Zelt. Und die Preise dieser Produkte war deswegen so hoch, weil nur diese unsere oben genannten Kriterien erfüllen konnten.


Relativ günstig weggekommen sind wir dafür bei vielen anderen Gegenständen. So kosten unsere speziellen Bootschuhe unter 100€, die Stirnlampe ca. 10€ und das Schlauchtuch konnten wir für weniger als 5€ bekommen.


  • Kaufe nicht billig, sondern preiswert!

  • Achte insbesondere darauf, dass die wichtigen Kriterien des jeweiligen Gegenstands erfüllt sind.

  • Vergewissere dich, wieso einige Produkte starke Preisunterschiede aufweisen. Ist es manchmal vielleicht nur der Markenname?




Unsere Not-to-Pack-Liste


Es gibt einige Dinge, die wir zum Glück gar nicht erst dabei hatten. Und es gibt Dinge, die wir nie wieder mitnehmen wollen. Hier sind die Top 5 unserer Not-to-Pack-Liste:


  1. Dosenessen, z.B. Ravioli - Es schmeckt sehr schnell nicht mehr, es sind viele Konservierungsstoffe drin und es hat wenig Nährwert (wie zuvor beschrieben). Laut unserer Berechnungen hätten wir pro Tag zusammen 19,4 Dosen essen müssen, um unseren Kalorienbedarf von je etwa 5000 kcal zu decken (ca. 2500 ... 3000 kcal Grundumsatz + der Verbrauch bei etwa 8 Stunden paddeln). Viel Gewicht, viel Volumen, viel Müll.

  2. Zu viel Unterwäsche - 2 Unterhosen und 2 Paar Socken genügen! Einen Satz trägst du, den anderen kannst du morgens waschen und trocknen lassen. Dafür eignen sich insbesondere Sportunterhosen und Sportsocken, die schnell trocknen. Und zur Not trägst du die Unterwäschen mal einen zweiten Tag.

  3. Wechselschuhe - Nehmen Platz weg und stinken dir am Schluss noch den Gepäck voll. Unsere Bootschuhe sehen optisch auch sehr ansehnlich aus und sind auch zum Laufen, Wandern und Joggen gut geeignet. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, sie für alles zu nutzen: Beim Paddeln, während Besuchen auf dem Festland, bei Aktivitäten in den Städten. Einen kleinen Luxus haben wir uns trotzdem gegönnt: Adiletten. Kompakt, praktisch, leicht. Besonders an heißen Tagen angenehmer zu tragen als die Schuhe.

  4. Duschgel und Shampoo - Quasi die "Dosenravioli der Hygiene". Während die Qualität hier bestimmt wesentlich besser ist als beim Dosenfutter, nehmen sie wegen des großen Volumens dennoch viel Platz weg und verursachen eine Menge Plastikmüll. Das in den Duschgels und Shampoos enthaltene Wasser schleppst du die ganze Zeit mit dir rum. Da eignet sich doch eher das Trockenshampoo.

  5. Hocker oder Stuhl - Nein! Unser Kanutrip gehört im weitesten Sinn zur Kategorie "Wildlife". Und im Freien findet sich genügend, worauf du sitzen kannst: Ein Stein oder ein Baumstumpf. Wir haben uns auf unsere Fässer gesetzt, die zur Grundausrüstung für Kanureisen gehören.


Das ist unsere Ultimative Packliste für dich. Hoffentlich ist einiges Interessantes für dich dabei.


Vielen Dank für dein Interesse!


Deine goldenen Meerschweinchen,

André und Patrick


PS: Du hast noch einen tollen Vorschlag für unsere Packliste? Dann schreib ihn doch gerne einfach in die Kommentare. :)



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